Schweizer Literaturpreise für HKB-Alumn*ae

26.02.2025 Romain Buffat und Eva Maria Leuenberger haben beide den Bachelor Literarisches Schreiben an der HKB absolviert. Am 30. Mai dürfen sie je einen Schweizer Literaturpreis entgegennehmen.

Eva Maria Leuenberger

Die Bielerin Eva Maria Leuenberger kann mit Anfang 30 bereits mehrere Preise die ihren nennen: So wurde ihr Debüt «dekarnation» 2020 mit dem Basler Lyrikpreis ausgezeichnet. Der HKB-Alumna wurden ausserdem zwei Literaturpreise des Kantons Bern (2020 und 2022), der Orphil-Debütpreis der Stadt Wiesbaden (2020) sowie der Poesie-Debüt-Preis Düsseldorf (2021) verliehen.

die spinne

Wie begegnet man der drohenden, die ganze Welt und Umwelt umfassenden Katastrophe? Eingezwängt zwischen Schuld und Hilflosigkeit scheint das «flügchen», diese kleine, verletzliche Existenz, seinem Schicksal zunächst ergeben. Mit Lethargie und Klagen ist es jedoch nicht getan. Im Langgedicht «die spinne» entfaltet Eva Maria Leuenberger mit gleichsam zwinkerndem Blick, leichtfüssig, ohne Bitterkeit und ohne Pathos eine Poetik des Trotzdem. Der Text eröffnet jenseits von Vergänglichkeit und Vergeblichkeit sprachliche Räume, in denen Widerstand, Sehnsucht, Traum und Mut noch oder wieder möglich scheinen. Kein geringer Trost, dass man weder das poetische Sprechen noch die Hoffnung aufgeben muss, sollte das heraufziehende Unheil auch unausweichlich sein.

Droschl, Graz, 2024

Romain Buffat

Der Lausanner Romain Buffat gehört schon länger zum Schweizerischen Literaturinstitut SLI: Nach seinem Bachelor Literarisches Schreiben war er als Assistent tätig und zurzeit ist er Dozent. Am SLI hat er das Literaturkollektiv Hétérotrophes mitgegründet. Für seinen ersten Roman «Schumacher» hat er 2019 den Terra-Nova-Preis der Schweizerischen Schillerstiftung erhalten. Wir freuen uns, dass er dieses Jahr mit «Grande-Fin» den Schweizer Literaturpreis gewinnt. 

Grande-Fin

Um das Ende seines Studiums zu feiern, durchquert Jérôme die USA und befindet sich plötzlich mitten in den Erinnerungen an eine Kindheit in Grande-Fin – mit einem Vater, der in einer Druckerei arbeitete und inzwischen verschwunden ist, und einer Mutter, die sich als Hausfrau um die Kinder kümmern musste. In einer feinen, rhythmischen Sprache schlängelt sich der Roman durch die Zeiten und die Landschaften und zeichnet dabei das Porträt einer Arbeiterfamilie. Jérômes Reise ermöglicht Erinnerungsarbeit, aber vor allem auch einen Neuanfang für die Protagonistinnen und Protagonisten. Ein feinfühliger Railtrip, der die Leser*innen mitzunehmen weiss.

Double ligne, Genève, 2023

Der Schweizer Grand Prix Literatur 2025 geht an Fleur Jaeggy und würdigt das Werk der heute 84-jährigen Schriftstellerin. Der Verein Sofalesungen / Lectures Canap / Letture sul sofà erhält den Spezialpreis Vermittlung 2025. Insgesamt werden sieben Werke, die im vergangenen Literaturjahr erschienen sind, mit einem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet am 30. Mai 2025 im Rahmen der Solothurner Literaturtage statt.

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